Philharmonie

Philharmonie in Donezk. Die Partitur Marks Sinfonie Nr. 1 nimmt akustische Gestalt an. Der erste Geiger ist fasziniert vom Gefühl, was die Sinfonie vermitteln kann. Alle proben, selbst wir hier nach einem Jahr. Es bleibt dabei, es gibt keine Antworten. Bestenfalls diese. Wenn die Geigen anschwillen und ein Bild malen, fühlen wir Verständigung. Der Sound Marks Sinfonie Nr 1 füllt den Raum.

In der Nacht Starkregen. Aber es ist ruhig an der Front. Unser zweiter Abend. Ich hoffe für die Menschen in Donezk und auf der anderen Seite der Front. Stille – eine Möglichkeit in der Unmöglichkeit.

One thought on “Philharmonie

  1. Ein Traum: Musiker aus Donezk und Kramatorsk gehen an die Front und spielen jeweils die Sinfonie von Mark. Die Gewehre müssten schweigen und die Soldaten weinen. Nach dem Konzert verbrüdern und weigern sie sich, weiter zu kämpfen, für wen auch immer. Liebe und gegenseitige Hilfe bestimmen den Wiederaufbau. Die Wirtschaft wird dadurch angekurbelt und die Menschen könnten wieder von ihrer Hände Arbeit leben, Familien gründen, unbeschwert ihren Alltag leben und gescheit alt werden. Ende gut, alles gut?
    Welche Politiker, welche Verantwortlichen wollen das verhindern, wenn die Menschen nicht mehr hingehen und sich einreden lassen für etwas „ideales“ streben zu wollen, zu sollen. Stellen wir uns also vor, es war Krieg und keiner hat bemerkt, dass er aufhörte.
    Ich hoffe sehr, dass die Musik von Mark, dieser Film von Tom Franke, Armin Siebert und Mark Chaet mehr auslöst als „nur die Bestätigung der jeweiligen Seite“, die Anderen sind an allem Schuld. Sondern, dass durch diese Musik, diese wunderbare Kunst, Menschen berührt werden, vor allem die vor Ort, und dass sie sich bald weigern, diesen unnötigen und sinnlosen Krieg zu unterstützen oder gar weiter mitzumachen.
    Dieser Film überzeugt gerade deshalb, weil er nah am Menschen ist, nicht die Politik vorschiebt und sich im Kommentar völlig zurück nimmt. Die Menschen sprechen selbst für sich. Sie zeigen, was mit ihnen passiert, was mit Menschen geschieht, die sich im Krieg befinden, wie Überleben zum Alltag wird, Krieg zur Normalität. Gewöhnen wir uns an alles? Können wir uns an all das gewöhnen?
    Und der Film stellt offen sonst unausgesprochene Fragen, die die Menschen selbst erheben. Warum ist Krieg? Warum zerstören wir uns gegenseitig? Wem nützt das?
    Diese Metaebene beschreiben die Menschen selbst. Es macht deutlich, dass sie diesen und jeden anderen Krieg weder wollen noch brauchen.

    Nur geistig Irre Menschen wollen Zerstörung und Tod. Und andere lassen sich verführen.

    Wie aus einfachen „Soldaten“ Mörder werden, ist hinlänglich bekannt und universell. Deshalb ist jeder Art von Gewalt frühzeitig zu begegnen mit den Mittel des Rechts. Bis sich das durchsetzt sind aber offensichtlich noch viele Kriege zu ertragen.

    Wir Menschen haben wenig aus der Geschichte gelernt – weil wir es nicht wollen? Und wer waren und wer sind jene, die Diktaturen oder die scheinbar Mächtigen, die die Gewalt an sich nehmen, immer wieder stützten und immer wieder stützen, egal wo auf dieser Welt? Die Gewaltausübenden sind trotz ihrer mächtigen Waffen immer in der Minderheit. Sie quälen aber mit ihrer Waffen-Gewalt die Mehrheit der Bevölkerung. Doch Letztere werden irgendwann dafür sorgen, dass auch dieser Krieg ein Ende findet. Wenn die Musik von Mark dafür ein Auslöser wird, dann ist es gut so.

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